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Schwarze Paste für weiße Zähne – Aktivkohle ist in aller Munde

In nur wenigen Branchen sieht man Trends wohl so schnell kommen und gehen wie im Bereich der Kosmetik. Der „neuste Schrei“ ist gerade ein Material, das man im ersten Moment womöglich eher im Keller verorten würde und längst nicht in der Schönheitspflege. Die Rede ist von Aktivkohle.

Nicht nur der Name scheint zunächst weit weg von allem, was mit Pflege und Ästhetik zu tun hat. Auch die Farbe des Pulvers, das nicht nur in der Kosmetik, sondern auch im Foodbereich als Wundermittel angepriesen wird, mag auf den einen oder anderen zunächst abschreckend wirken. Vor allem dann, wenn es darum geht, die Substanz auf die Zähne aufzutragen. Denn Aktivkohle ist schwarz – soll Ihre Zähne aber ausgerechnet in der Kontrastfarbe Weiß erstrahlen lassen.

Das Versprechen: reine Haut und weiße Zähne ohne Schmirgeleffekt

Aufgrund ihrer hochporösen Struktur hat Aktivkohle ausgezeichnete Adsorptionseigenschaften. Das heißt, sie reichert sich mit Stoffen auf Materialien an, mit denen sie in Kontakt kommt. Für die Gesichtspflege bedeutet das, dass durch spezielle, mit Aktivkohle angereicherte Masken Poren gereinigt werden können, da der Kohlenstoff Talg an sich bindet und somit aus den Poren herauszieht. Zudem soll, anders als bei herkömmlichen Peelings, der große Vorteil von Aktivkohleprodukten darin bestehen, dass hier der Schmirgeleffekt ausbleibt. In konventionellen Peelings werden grobe Reinigungskörnchen hinzugefügt, welche durch die physische Reibung beim Einmassieren des Peelings Schmutzpartikel entfernen. Eben diese Methode kann allerdings vor allem bei empfindlicher Haut auch schnell zu Reizungen führen.

Aktivkohle soll in dieser Hinsicht den Markt besonders in der kosmetischen Zahnpflege revolutionieren. Denn auch hier liegt die Kritik an herkömmlichen Produkten zur Zahnaufhellung insbesondere darin, dass diese grobkörnige Schmirgelstoffe enthalten, die einerseits zwar die ungewollten Verfärbungen, aber auch den für die Zähne so wichtigen Zahnschmelz abtragen können. Solche Nebenwirkungen sollen mit Aktivkohle vermieden werden.

Aktivkohleprodukte für die Zahnpflege

Aktivkohle kommt in unterschiedlichen Formen in der ästhetischen Zahnpflege zum Einsatz. So gibt es nicht nur spezielle schwarze Zahncremes und Kaugummis, sondern auch Zahnbürsten, deren Borsten mit Aktivkohlepartikeln versetzt sind.

Was sagen Experten?

Außer gezieltem Marketing durch den Überraschungseffekt der schwarzen Farbe vermuten Experten allerdings keinen besonderen Nutzen von Aktivkohle. Zum einen seien die angepriesenen Vorzüge von Aktivkohle durch die Adsorption von Schmutz und Verfärbungen im Endprodukt nur noch sehr geringfügig, da die Kohle ja bereits in anderen Stoffen (zum Beispiel Zahnpasta) verarbeitet ist und dadurch schon viele dieser Inhaltsstoffe bindet. Zum anderen könne Aktivkohle den Zähnen sogar schaden. Denn eine schmirgelähnliche, abrasive Wirkung, die auch den Zahn schützende Substanzen sowie den Zahnschmelz betrifft, zeigt sich letztendlich auch bei Aktivkohleprodukten.

Wirksamkeit letzten Endes zweifelhaft

Abgesehen von den potenziellen Negativeffekten von Aktivkohle in Zahnpflegeprodukten gibt es schließlich bislang noch keine aussagekräftigen Studien, welche die Wirksamkeit von Aktivkohle zur Zahnaufhellung bestätigen.

Bei dem Wunsch nach weißeren Zähnen ist es daher eher ratsam, von vielversprechenden Zahnpasten abzusehen, und sich stattdessen professionell von einem Zahnarzt beraten zu lassen. Hierbei steht Ihnen Dr. Miketta selbstverständlich jederzeit gern zur Verfügung.